07 May 2026, 00:09

Gräfrath-Marktfest in Solingen: Warum Senioren jetzt draußen bleiben müssen

Plakat mit einem Insulinfläschchen auf der rechten Seite und Text, der besagt, dass die Insulin Kosten für Senioren auf 35 Dollar pro Monat begrenzt sind und dasselbe für alle gelten sollte.

Gräfrath-Marktfest in Solingen: Warum Senioren jetzt draußen bleiben müssen

Trubel um Eintrittsgelder: Gräfrath-Marktfest in Solingen schließt Senioren aus

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Das traditionelle Gräfrath-Marktfest in Solingen sorgt für Aufsehen, nachdem die Veranstalter eine Eintrittsgebühr von zehn Euro eingeführt haben. Besonders ältere Bewohner, die oft mit kleinen Renten auskommen müssen, kämpfen mit den Kosten – dabei erhalten sie lediglich einen zwei Euro wertigen Essensgutschein. Kritiker bemängeln, dass die Gebühr viele ausschließt, für die das Fest ein wichtiger sozialer Anker ist.

Der Solinger Seniorenbeirat hat über seine Arbeitsgruppe „Altersarmut“ scharf gegen die neue Regelung protestiert. Die Gebühr stelle für Rentner mit knappen Budgets eine unüberwindbare Hürde dar, warnen die Vertreter. Der von den Veranstaltern angebotene kostenlose Familientag helfe älteren Menschen, die allein leben und an anderen Tagen teilnehmen möchten, kaum weiter.

Die Organisatoren rechtfertigen die Gebühr mit steigenden Sicherheitskosten. Doch Kritiker fragen, warum die Besucher diese Last tragen müssten. Der Seniorenbeirat fordert stattdessen faire Alternativen, etwa gestaffelte Preise, Ermäßigungen für Senioren oder höhere städtische Zuschüsse, um die Belastung zu verringern.

Für viele ältere Solinger ist das Fest mehr als nur Unterhaltung – es ist ein wichtiger Ort der Begegnung und ein Schutz vor Vereinsamung. Die Einführung von Eintrittsgeldern verändert seinen Charakter: Aus einer offenen Gemeinschaftsveranstaltung wird so eine kostenpflichtige Veranstaltung.

Die Debatte wirft grundsätzliche Fragen zur Bezahlbarkeit lokaler Events auf. Angesichts wachsender Altersarmut in Solingen pocht der Beirat auf Lösungen, die wirtschaftliche Zwänge mit sozialen Bedürfnissen in Einklang bringen. Ohne Änderungen, so die Warnung, könnten immer mehr Senioren von der Teilnahme ausgeschlossen werden.

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