GDL-Streik legt Deutschlands Bahnverkehr für 35 Stunden lahm – und droht mit weiteren Wellen
Jana FuchsGDL-Streik legt Deutschlands Bahnverkehr für 35 Stunden lahm – und droht mit weiteren Wellen
Deutschlands Bahnnetz steht vor einer erneuten schweren Störung, nachdem die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ihre fünfte Streikwelle gestartet hat. Diesmal dauert der Ausstand 35 Stunden und trifft sowohl den Personen- als auch den Güterverkehr hart. Reisende müssen sich auf Tage mit massiven Verspätungen und Ausfällen einstellen.
Die jüngste Aktion der GDL begann, nachdem die Verhandlungen mit den Arbeitgebern gescheitert waren. Gewerkschaftschef Claus Weselsky kündigte weitere Streiks in unvorhersehbaren „Wellen“ an – und das ohne die übliche 48-stündige Vorankündigung. Kernforderung der Gewerkschaft bleibt die Reduzierung der Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich.
Lokführer arbeiten derzeit weit über die offizielle Grenze von 39 Stunden hinaus, oft bis zu 55 Stunden pro Woche, bedingt durch Personalmangel. Jörg, ein Triebwagenführer aus Köln, unterstützt den Streik, gibt aber zu, von Freunden und Familie Kritik zu hören. Dennoch betont er: „Die Arbeitsbedingungen müssen sich dringend verbessern – trotz des persönlichen Gegenwinds.“
Die anhaltenden Streiks haben bereits flächendeckendes Chaos ausgelöst. Da keine Lösung in Sicht ist, stellen sich Pendler und Unternehmen auf weitere Wochen der Reisebelastung ein. Die kompromisslose Haltung der GDL lässt weitere Störungen erwarten. Sollte keine Einigung gelingen, könnte Weselskys Drohung mit spontanen, rollierenden Arbeitsniederlegungen Fahrgäste und Logistikbetriebe auf unbestimmte Zeit in der Krise halten. Der Streit um kürzere Arbeitszeiten und bessere Bezahlung bleibt der zentrale Knackpunkt.






