Forscher entwickeln nachhaltiges Biopestizid aus Bakterien und Pflanzenstoffen
Jana FuchsForscher entwickeln nachhaltiges Biopestizid aus Bakterien und Pflanzenstoffen
Ein Forschungsteam der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) entwickelt eine umweltfreundlichere Alternative zu synthetischen Pestiziden. Das von Dr. St. Elmo Wilken geleitete Projekt hat vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fast 2,7 Millionen Euro an Fördergeldern erhalten. Ziel ist es, ein nachhaltiges Biopestizid auf Basis von Bakterien und pflanzlichen Wirkstoffen zu schaffen.
Die HHU-Forschungsgruppe mit dem Namen PyreComm konzentriert sich auf die Herstellung von Pyrethrinen – natürlichen Insektiziden, die im Dalmatinischen Insektenblümchen (einer Chrysanthemenart) vorkommen. Diese Verbindungen werden bereits im ökologischen Landbau eingesetzt, bisher jedoch nur in begrenzten Mengen aus der Pflanze extrahiert. Das Team möchte das Bakterium Vibrio natriegens so modifizieren, dass es Pyrethrine durch ein halb-synthetisches Verfahren effizienter produziert.
Pyrethrine bauen sich in der Umwelt schnell ab und sind daher für Nützlinge wie Bienen weniger schädlich als viele synthetische Pestizide. Das Projekt steht im Einklang mit der „Farm to Fork“-Strategie der EU, die eine schnellere Zulassung umweltfreundlicher Agrarlösungen anstrebt. Zudem unterstützt es die Nationale Bioökonomiestrategie Deutschlands, die 2020 ins Leben gerufen wurde, um eine kreislauforientierte und nachhaltige Wirtschaft zu fördern.
Die Förderung stammt aus der Initiative „Kreative Nachwuchstalente für die Bioökonomie“ des Ministeriums, die die Zusammenarbeit zwischen Nachwuchswissenschaftler:innen und erfahrenen Forscher:innen fördert. In den nächsten fünf Jahren wird die von Dr. Wilken geleitete Nachwuchsforschungsgruppe daran arbeiten, die Produktion hochzuskalieren und die Kosten zu senken – mit dem Ziel, ein marktfähiges Biopestizid zu entwickeln.
Das Projekt könnte Landwirt:innen eine nachhaltigere Alternative zur Schädlingsbekämpfung bieten. Bei Erfolg würde das bakterienbasierte Herstellungsverfahren die Abhängigkeit von chemischen Pestiziden verringern, ohne den Pflanzenschutz zu beeinträchtigen. Die Erkenntnisse könnten zudem breitere Bestrebungen unterstützen, die Landwirtschaft in Richtung grünerer Praktiken umzugestalten.






