CDU warnt vor "Todesurteil" für Solingens kriselnde nördliche Innenstadt
Noah AlbrechtCDU warnt vor "Todesurteil" für Solingens kriselnde nördliche Innenstadt
Solingens nördliche Innenstadt leidet seit Jahren unter dem Niedergang. Schrumpfender Einzelhandel, niedrige Mieten, hohe Arbeitslosigkeit und steigende Kriminalität haben das Viertel geschwächt. Nun übt die CDU-Fraktion scharfe Kritik an den jüngsten Plänen der Stadtverwaltung – und warnt, diese könnten die bestehenden Probleme noch verschärfen.
Laut CDU widerspricht der aktuelle Kurs der Stadt ihrer eigenen langfristigen Strategie. Der im „Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) Stadt 2030“ festgelegte Plan sollte das Viertel durch soziale Durchmischung, bessere Arbeitsplätze und mehr Sicherheit wiederbeleben. Doch die Fraktion wirft der Verwaltung vor, mit jüngsten Entscheidungen – etwa dem Bau von über 100 neuen Sozialwohnungen im Zentrum – genau diese Ziele zu untergraben.
Lukas Schrumpf, planungspolitischer Sprecher der CDU, warf der Stadt vor, vereinbarte Ziele zu konterkarieren. Besonders kritisch sieht er das Fronhof-Projekt, wo der Fokus auf stark gefördertem Wohnraum die soziale Spaltung vertiefen könnte. Fraktionschef Daniel Flemm ging noch weiter und bezeichnete die Pläne als mögliches „Todesurteil“ für die nördliche Innenstadt.
Die CDU legt eigene Vorschläge vor: Statt die Sozialwohnungen im Fronhof zu bündeln, solle der Weyersberg zu einem Sportviertel ausgebaut werden. Zudem fordert die Fraktion eine Rückkehr zu den ursprünglichen ISEK-Schwerpunkten: gemischte Quartiere, qualitätsvolle Arbeitsplätze und eine stärkere Sicherheitspräsenz. Doch die Verwaltung meidet eine offene Debatte – was Spekulationen anheizt, etwa über einen möglichen Verkauf der Clemens-Galerien.
Die Fraktion pocht darauf, dass die Planung die gesamte Stadt im Blick haben muss, nicht nur Einzelprojekte. Ohne übergreifende Strategie, so die Warnung, werde Solingen künftige Herausforderungen wie Wachstum und demografischen Wandel kaum bewältigen können.
Der Streit zeigt, wie umstritten die Zukunft der kriselnden Innenstadt ist. Mit ihrer Ablehnung des Fronhof-Projekts und dem Ruf nach grundlegenden Reformen setzt die CDU die Verwaltung unter Druck. Bleibt alles beim Alten, drohen dem Viertel weiter sinkende Einzelhandelszahlen, Sicherheitsprobleme und wirtschaftlicher Abstieg.






