Bochum forscht an unterirdischer Wärmewende durch tiefe Erdwärme-Nutzung
Lea BraunBochum forscht an unterirdischer Wärmewende durch tiefe Erdwärme-Nutzung
Ein neues Forschungsprojekt soll das tiefe unterirdische Potenzial des südlichen Bochums für die Nutzung von Erdwärme erschließen. Die Initiative „VESTA CONTRAST“ kartiert einen fünf Kilometer langen Abschnitt des Untergrunds bis in 2.000 Meter Tiefe. Gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), zielt die Studie darauf ab, nachhaltige Wärmeversorgungslösungen für städtische Gebiete zu entwickeln.
Im Mittelpunkt stehen Sandsteinschichten aus dem Karbon, die vor etwa 300 Millionen Jahren entstanden. Mit geophysikalischen Methoden wollen die Forscher thermische Reservoire identifizieren, die Wärme für Gebäude und Industrie liefern könnten. Besonders vielversprechend ist der Untergrund des Ruhrgebiets, wo die Temperaturen pro 100 Meter um etwa 3 °C steigen.
Oberflächennahen Geothermieanlagen versorgen bereits Einfamilienhäuser mit Wärme, doch für stadtweite Lösungen ist eine tiefere Erschließung nötig. Städte wie München und Paris nutzen seit Langem tiefe Erdwärme, um Wohnungen und Betriebe zu beheizen. Bei Erfolg könnten die Erkenntnisse bis zu einem Viertel des kommunalen und industriellen Wärmebedarfs Deutschlands decken.
Das BMWK stellt rund 330.000 Euro für das Projekt bereit. Durch die Erstellung eines detaillierten geologischen Modells will das Team den Weg für großflächige geothermische Wärmenetze in der Region ebnen.
Das „VESTA CONTRAST“-Projekt könnte die Art und Weise verändern, wie Städte im Ruhrgebiet Erdwärme nutzen. Da drei Viertel der deutschen Gebäude potenziell für geothermische Beheizung geeignet sind, könnten die Ergebnisse den Übergang zu einer nachhaltigen urbanen Wärmeversorgung beschleunigen. Die Resultate werden zeigen, ob tiefe Reservoire effizient für eine breite Nutzung erschlossen werden können.






