08 May 2026, 20:05

Amos Oz' Werke erklingen in literarisch-musikalischem Abend vor Israels Unabhängigkeitstag

Detailierte Karte von Israel mit geografischen Merkmalen und Stadtnamen in Englisch und Hebräisch auf einem Plakat.

Amos Oz' Werke erklingen in literarisch-musikalischem Abend vor Israels Unabhängigkeitstag

Eine literarische Veranstaltung am 13. Mai lässt Amos Oz’ Werke durch Lesungen und Musik lebendig werden. Einen Tag vor dem israelischen Unabhängigkeitstag widmet sich die Aufführung Ausschnitten aus „Zwischen Freunden“ und der Kurzgeschichte „Esperanto“. Beide Texte setzen sich mit Idealen, Träumen und den Widersprüchen der menschlichen Natur auseinander.

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Der Abend präsentiert den Schauspieler Heinz D. Haun, der Oz’ Texte rezitiert, begleitet von den Musikern Arne Meinhardt und seiner Tochter Anaïs.

Amos Oz’ „Zwischen Freunden“ beleuchtet das Leben in einem Kibbuz der späten 1950er-Jahre. Diese genossenschaftlichen Siedlungen, noch vor der Staatsgründung Israels entstanden, sollten eine klassenlose Gesellschaft ohne Geld und Privateigentum schaffen. Doch trotz des edlen Ansatzes scheiterte das Experiment oft an der Kollision zwischen individuellen Sehnsüchten und kollektiven Idealen.

Die Kurzgeschichte „Esperanto“ erzählt von Martin, einem Schuhmacher, der besessen ist von der Idee einer universellen Sprache. Sein Traum spiegelt die Hoffnung auf Einheit und Verständigung wider, die die frühe israelische Gesellschaft prägte. Wie die Kibbuz-Bewegung sieht sich auch er mit den Grenzen menschlicher Möglichkeiten konfrontiert.

Der Zeitpunkt der Veranstaltung ist bewusst gewählt: Am 14. Mai begeh Israel seinen Unabhängigkeitstag – den Jahrestag von David Ben-Gurions Staatsgründungserklärung 1948. Vor diesem Hintergrund laden die Lesungen dazu ein, über die Gründungsideale des Landes und ihre Entwicklung nachzudenken.

Heinz D. Haun verleiht Oz’ Figuren mit seiner stimmlichen Tiefe Leben, während Arne Meinhardt und Anaïs mit live gespielter Musik die Erzählung untermalen. Gemeinsam schaffen sie ein immersives Erlebnis für das Publikum.

Der Abend verbindet Literatur, Geschichte und Musik, um kollektive Träume und persönliche Konflikte zu erkunden. Indem die Veranstaltung Oz’ Werke wiederaufnimmt, spannt sie einen Bogen zwischen vergangenen Idealen und gegenwärtigen Reflexionen – und bietet einen kulturellen Moment der Einkehr, bevor die Nation am 14. Mai ihr Gründungsjubiläum feiert.

Quelle