15-Euro-Gebühr am Emssee-Campingplatz verärgert langjährige Wohnmobil-Fans
Noah Albrecht15-Euro-Gebühr am Emssee-Campingplatz verärgert langjährige Wohnmobil-Fans
Neue Tagesgebühr von 15 Euro für Wohnmobil-Stellplätze am Emssee-Campingplatz sorgt für Unmut
Die Einführung einer täglichen Gebühr von 15 Euro für Wohnmobil-Stellplätze auf dem Emssee-Campingplatz in Warendorf hat bei Stammgästen Frust ausgelöst. Die Abgabe, die in diesem Frühling in Kraft tritt, geht auf einen einstimmigen Beschluss des Stadtrats im vergangenen Herbst zurück. Einige Camper kündigen an, den Platz künftig komplett zu meiden – die höheren Kosten seien für sie nicht tragbar.
Die Gebühr wurde von der CDU vorgeschlagen und ohne Gegenstimmen verabschiedet. Die Stadtverwaltung begründet die Preiserhöhung mit der attraktiven Seelage des Platzes sowie dem umfangreichen Angebot an Annehmlichkeiten. Zudem verweist man auf geplante Aufwertungen, darunter neue Stromsanschluss-Säulen und Parkuhren, die im April installiert werden sollen.
Günter Brossat, ein 83-jähriger Camper aus Unna, der seit zwei Jahrzehnten regelmäßig am Emssee Urlaub macht, bezeichnet die neue Abgabe als "ungerecht" und kündigt an, nicht mehr wiederzukommen. Andere Stammgäste teilen seine Kritik und halten den Preis für überzogen im Vergleich zur gebotenen Leistung.
Wer es günstiger mag, kann auf den städtischen Campingplatz Wiesengrund in Warendorf ausweichen. Dort kostet die Übernachtung rund 5 Euro – allerdings ohne besondere Ausstattung und mit einfachen Stellplätzen. Die Stadt betont, dass die höheren Preise am Emssee durch das gehobene Niveau und die laufenden Investitionen gerechtfertigt seien.
Ob es am Emssee oder auf anderen kommunalen Plätzen in der Region spezielle Stellflächen für motorisierte Wohnwagen gibt, ließ sich nicht in Erfahrung bringen.
Die 15-Euro-Gebühr tritt im Frühling in Kraft, die Modernisierungsarbeiten sollen kurz darauf beginnen. Unzufriedene Camper könnten stattdessen auf den günstigeren Wiesengrund-Platz ausweichen. Die Stadt hält an ihrer Entscheidung fest und verweist auf die privilegierte Lage sowie die geplanten Verbesserungen als zentrale Begründung.